Televisionen -

Die Krönung der Britischen Königin Queen Elisabeth II - 1953 ein Schlüssel-Fernsehereignis das (West-)Europa am Bildschirm einte

 

Am 8. September 2022 sind wir mit dem Ableben der 96 jährigen, mit gar 70 Regierungsjahren dem Großteil der Weltbevölkerung bekannten Monarchin konfrontiert worden.

Wie heutzutage selbstverständlich, so dürften wir als Fernsehzuseher weltweit auch beim staatstragenden Akt der Beisetzungszerimonie live im Fernsehen dabei sein.

Diese Regentin hatte zudem das Privileg sich als eine der ersten mit dem damals noch neuen und keinesfalls so selbstverständlich verbreiteten Medium Fernsehen ihren Untertanen aber auch einem weiteren Teil der Bevölkerung Europas mit einer der ersten Europäischen Fernseh-Direktübertragungen teilhaben zu lassen.

Noch hatten 1953 erst wenige Länder überhaupt einen Fernsehdienst eingeführt.

Und dort, wo es ihn gab, steckte noch vielfach dessen Verbreitung und der Senderausbau erst in seinen Anfängen.

Ein wesentliches europäisches Schlüsselereignis, nämlich die Übertragung Krönungsfeierlichkeiten haben damals dazu beigetragen, dem Fernsehen seine Berechtigung als unmittelbar wirksames Informationsmedium einmal mehr zu unterstreichen.

Doch lesen Sie selbst was es dazu bereits alles im Vorfeld Fernseh Technisch zu meistern gab : 

Übersicht:

  1. Einführung

    1. Die Situation in England

    2. Frankreich

    3. Belgien

    4. Niederlande

    5. Deutschland

  2. Hinter den Kulissen

  3. Voraussetzungen auf technischer Ebene

 


Einführung:

Anfang der 1950er Jahre, konkret 1952/53 hatten erste wenige westeuropäische Länder einen Fernsehdienst eingerichtet.

Es waren dies:

Tabelle 1 - Übersicht Westeuropäischer Länder zum Fernsehen

Land

Beginn des Fernsehdienstes

Fernsehstandard

England

Nov. 1936/ 1946

405 Zeilen

Frankreich


193x/1945/1949

819 Zeilen & 455 Zeilen (Paris)

Belgien


Oktober 1953

625 & 819 Zeilen 

Dänemark Oktober 1951 (Nur lokale Versuchssendungen) 625 Zeilen

Niederlande


1951

625 Zeilen

Deutschland


1952

625 Zeilen


Neben der erst einsetzenden dazu benötigten technischen Entwicklung, die durch den zweiten Weltkrieg unterbrochen wurde, kamen die letztlich sehr hohen Kosten für die vielfach noch vom Weltkrieg gebeutelten Länder. 

Noch galt es zudem, vordergründig erst einmal das zerstörte Europa wieder aufzubauen.

Die Situation in England:

Die BBC als Vorreiter in Sachen Krönungsübertragungen

Der noch aus der Vorkriegszeit, ab November 1936 grundsätzlich vorhandene Fernsehdienst, den es zumindest für den Großraum London mit einem VHF Sender auf 45 MHz ausstrahlend schon gab, hatte bereits mit der Krönung von König George VI. am 12. Mai 1937 ein erstes Debüt in Sachen Live Übertragung gehabt.

Wenngleich das Fernseh-Ereignis damals für noch sehr sehr wenige erste, heute würden wir sagen “Early Adopters” in Sachen Fernsehgerätebesitz zu verfolgen war, so war damit zumindest lokal gesehen für den Großraum London ein Anfang gemacht.

Hinzu kam jedoch die Einschränkung, dass nur drei Kameras dem Ereignis, zudem nur an zuvor gegenüber der BBC freigegebenen Plätzen ein sehr eingeschränktes Bild des Geschehens vermitteln konnten und durften.

Für die Zeit ab 1946, als der BBC-Fernsehdienst nach dem Krieg wieder aufgenommen wurde, war dies mit ein Grund dazu, um die industrielle Konzeption des Landes auf die vergleichsweise relativ geringe Ressourcen verbrauchende Schwachstromindustrie im Vergleich zur Schwerindustrie oder etwa dem Automobilbau wieder neu aufzubauen.

Viele Materialien und Werkstoffe waren nach dem Krieg auch in Großbritannien Mangelware, hinzu kamen Rationierungen von Lebensmitteln und anderen Gütern, die zum Teil länger andauerten als dies etwa in Deutschland der Fall war.

Die umgangssprachliche, mit leichtem Sarkasmus bzw. Zynismus versetzte rhetorisch selbstgestellte Frage so mancher Briten in jenen Tagen war "Wozu haben wir eigentlich den Krieg gewonnen?”, angesichts der weiterhin anhaltenden Armut und wirtschaftlichen Einschränkungen im Alltag.

Der Beginn in Frankreich:

Es folgten westeuropäische Länder wie Frankreich, die per Dekret des damaligen Informationsministers Francoir Mitterand 1948 ein 819 Zeilen Fernsehsystem gewählt haben.

Vermeintlich das Beste, was technisch damals machbar war. Letztlich teuer und inkompatibel zum Rest Europas (was auch beabsichtigt war).

Der Sonderfall Belgien:

Der Rest Europas entschied sich letztlich für das bekannte 625 Zeilen/50 Halbbilder System was den verschiedensten Sendestandards geschuldet selbst dort noch keine Kompatibilität ergab.

Belgien, aufgrund seiner Bevölkerungszusammensetzung war zeitgleich am Programmaustausch mit Frankreich wie auch an einem Programmaustausch mit den Niederlanden interessiert was sich in der Wahl der Fernsehnormen wiederspiegelte.

Siehe dazu den umfangreichen Beitrag des Autors: http://www.scheida.at/scheida/Televisionen_Belgien.htm

Das Belgien im Juni 1953 noch keinen eigenen Fernsehdienst hatte und "nur" als Durchgangsland für die Richtfunksignale diente sei hier der Form halber festgehalten.

 

Die Pragmatiker - Die Niederlande

Nach experimentellen Phasen des schon damals beachtlichen und wirtschaftlich starken Philips Konzerns mit einem eigenen speziellen 567 Zeilen Fernsehdienst (um in den Amerikanischen 6 MHz Kanalraster zu passen), wechselte man pragmatisch zwecks einfacheren Programmaustausch, Ländergrenzen überschreitender Empfang wie auch der einfacheren austauschbaren Gerätetechnik zum empfohlenen 625 Zeilen Standard nach der Gerber Norm (CCIR B)

Siehe dazu auch den Beitrag des Autors:

http://www.scheida.at/scheida/Televisionen_Netherlands.htm

 

Das geteilte Deutschland:

Deutschlands Vorkriegs Erfahrungen mit einem Fernsehdienst waren teilweise ähnlich, jedoch keineswegs gleich mit denen in England. Ein 441 Zeilen Standard galt neben dem Stigmata der braunen Instrumentalisierung des Mediums nach dem Krieg zudem ebenso als veraltet und ließ Deutschland auf den neuen, zudem besseren 625 Zeilen Standard setzen. 

Von Einzelgeräten abgesehen war in Deutschland zudem kein Vorkriegs-Altbestand eines Geräteparks bei den Fernseh Teilnehmern zu berücksichtigen wie dies etwa in Frankreich oder eben in England der Fall war.



Im Kern also gab es 1952, dem Zeitpunkt der rund 18 Monate andauernden VORBEREITUNGEN zur geplanten Fernsehübertragung der Krönungsfeierlichkeiten folgende Konstellation:


Hinter den Kulissen:

Was uns heute als absolute Selbstverständlichkeit anmutet, nämlich mit einer Kamera in alle Details der öffentlichen wie auch privaten Befindlichkeiten der Weltgeschichte und Tagespolitik hineinzugehen, das war 1953 in Europa noch keineswegs der Fall.

Eine nach damaligen, und abgeschwächt auch heute noch im Verständnis "heilige" Handlung wie die Krönung eines monarchischen Staatsoberhauptes sollte nicht von einer mitunter würdelos vor dem Fernseher sitzenden Bevölkerung, mit lockerer Kleidung oder gar als Nebensächlichkeit zum Abendessen verfolgt werden.

Kirche:

Es gehörte zur damaligen medialen Öffnung der neuen Königin, sich dem Volk nun auch auf diese Weise selbst gegen den Rat und äußeren Einflüssen öffnen zu wollen.

Das damit letztlich auch für viele andere Bereiche die Büchse der Pandora geöffnet wurde, und die Privatsphäre nicht nur für das "Proletariat", sondern auch für die herrschende oder hier zumindest repräsentierende Oberklasse ebenso unangenehm oder gar lebensgefährlich werden könnte (Lady Diana).

Das konnte oder wollte man als möglichen Kollateralschaden noch nicht wahrnehmen.

Nicht ohne Bedeutung ist hier auch, dass der Brite George Orwell mit seinem 1948 erschienenen Roman "1984" die mediale Omnipräsenz der Zukunft bereits messerscharf genau skizziert hat.

 


Schlüsselereignisse: 

Und obwohl es unterschiedlichste Zeilen Standards wie 405/455/625/819 Zeilen, und auch diese noch unterteilt in unterschiedliche Polaritäten und Tonträger Abstände gab, bedurfte es besonderer Ereignisse, um einen internationalen Programmaustausch als sinnvoll andenken zu lassen.

Die Europäische Historie nennt zwei Schlüsselereignisse die erstmalig Europa fernseh mäßig sowohl technisch wie auch auf der Inhaltsebene zusammenwachsen ließ:

Dies war zum Einen 1953 die Krönung der Königin von England. 

Anmerkung: Die Krönung ihres Vorgängers König Eduard VIII wurde ebenfalls bereits im 405 Zeilen Fernsehen übertragen. Jedoch „nur“ über den einzigen BBC Fernsehsender in London.

Die „Queen“ wurde damit zur ersten Königin, deren Leben das Fernsehen in solch einem Umfang schon von Anbeginn an begleitet hat.

Die Krönungszeremonie wurde in vier Ländern übertragen:

Großbritannien, Frankreich, die Niederlande und Deutschland.

Ein Ereignis, dass die Verbreitung und Entwicklung der Fernsehtechnik weltweit vortrieb.

 


Die Vorbereitungen für den fernsehtechnischen Zusammenschluß Europas:

Noch bevor von Krönungsfeierlichkeiten überhaupt die Rede war, waren die BBC (British Broadcasting Corporation) wie auch die RTF (Radiodiffusion-Télévision Française) in Frankreich an den Möglichkeiten eines direkten Programm Austausches bzw. einer ereignisbezogenen Zusammenschaltung beider Programmanstalten interessiert.

Exkurs: Wenn auch etwas weit hergeholt und zudem nur den damaligen Kriegsereignissen geschuldet, gab es bereits zu Kriegszeiten um 1944 einen Weitempfang (DX) des damaligen deutschen Okupationssenders "Fernsehsender Paris", ausgestrahlt vom Eiffelturm, an der englischen Küste.

Nunmehr nach dem Krieg jedoch sollte nicht nur ein Fernsehempfänger das Programm ausgestrahlt jenseits des Ärmelkanals empfangen können, sondern gleich ein ganzer Kontinent mit zudem brauchbaren und guten Fernsehbildern versorgt werden.

Erste praktische und zudem erfolgreiche Experimente brachten bereits 1950 das sogenannte “Calais Experiment” und 1952 die “Paris Woche” die als Fernsehtechnische Meilensteine in Sachen länderübergreifender Zusammenarbeit gelten.

 

Folgende Voraussetzungen auf technischer Ebene waren dabei zu bewerkstelligen:

 

  1. Ein jeweilig möglichst ausgebautes Inlands Sendernetz um eine große Zuseherzahl erreichen zu können 

  2. Das benötigte Richtfunknetz für die Programm Zubringung im In- wie auch Ausland mit der Überquerung der Alpen wie auch des Ärmelkanals

  3. Die Zeilenwandler (Line Converter), um die Fernsehsignale an die unterschiedlichen Fernsehstandards untereinander anpassen zu können.


 

Zu 1 den eigentlichen Sendernetzen:


Zwar gab und gibt es den Begriff des Ballempfangs, also dem Entgegennehmen einer Programmaustrahlung per Empfangsantenne, um damit wiederum einen Sender neu zu bespielen.

Die daraus resultierende Bildqualität wird jedoch technisch bedingt bei rund 40 km optischer Reichweite mit einem UKW/VHF Sender sehr bald nur mehr sehr bescheiden sein.

Der Satellitenempfang schied damals noch gänzlich aus.

Noch gab es die Richtfunkstrecken zudem erst in der Ausbauphase und noch bei weitem nicht vollständig und länderübergreifend zusammengeschaltet.

Technische Herausforderungen im Hochgebirge wo es damals noch so richtig Schnee und Eis (u.a. auf der Zugspitze) gab, bei zudem einer alpinen Bautechnik wie auch einer Fernseh- und Richtfunktechnik die sich erst aufmachte den Kinderschuhen zu entwachsen behinderten die bereits geplanten Fertigstellungen.

 



Die Krux mit den unterschiedlichen Zeilenzahlen:

Erst ab Anfang der 1960er Jahren zog ganz Europa und somit auch England und Frankreich nach und nach in das 625 Zeilen Lager um.

Bis dahin, insbesondere 1953 musste ein Weg gefunden werden, das Britische 405 Zeilen Programm in die Französische 819 Zeilen Norm wie auch in die 625 Zeilen Norm umzuwandeln.

Uns später bekannte elektronische Normwandler mit CCD Eimerkettenschaltungen (charge-coupled device bzw. ladung gekoppeltes Bauteil), oder gar digitale Speicher schieden hier damals noch gänzlich aus.

Technisch möglich waren eigentlich nur zwei bereits bekannte Verfahren:

  1.    
    Das Zwischenfilmverfahren: Ein 405 Zeilen     Elektronenstrahl belichtet/beschreibt einen s/w Film, der in weniger als einer Minute im Durchlaufverfahren entwickelt und mit z.B. 625 Zeilen wieder abgetastet wird. Neben den Elektronisch-Film Chemischen Verlusten kommt das Risiko des Filmrisses sowie die Probleme der Bildverzögerung gegenüber dem Life Ton sowie des sonstigen Live Ereignisses hinzu.
       

  2.    
    Die Bildschirm Abtastung;
       

Von einem Studio Monitor wird mittels einer mit 819 Zeilen arbeitenden Kamera das gezeigte 405 Zeilen Bild wieder abgetastet und der weiteren Verarbeitung zugeführt.

Nachteil: Bildartefakte aufgrund der Abtastung vom Bildschirm Glas. Obligatorische Reduktion der Auflösung, da ein 405 Zeilenbild systembedingt eine geringere Auflösung besitzt als ein 819 Zeilen Bild. Gleiches gilt, wenn auch mit etwas geringerer Auswirkung für das 625 Zeilen Bild. 

 

3   
Die Spezialröhre für die Abtastung: Der technisch nachvollziehbare Schritt war es folglich, die Abtastung direkt vor einem Bildschirmglas gänzlich zu vermeiden, indem die elektronische Bildschreibeinheit mit der der Bildabtastung in ein und dasselbe Vakuumsystem integriert wurde. Es also nur eine integrierte phosphoreszierende Schreib und Abtastfläche in einer Spezialröhre gab.      
   

In der Praxis kam in jenen Jahren zudem in mehrfacher Ausführung die Variante 2 zum Einsatz.

Und was hier so leichtfertig klingt, nämlich einfach eine Kamera vor dem Bildschirm halten und abtasten, wird jeder Leser nachvollziehen können, der selbiges schon einmal probiert hat und zumeist einen schwarzen Balken dann in der Aufnahme durchlaufen sieht oder sonstige Störmuster in der Aufnahme sind, die er mit dem Auge zuvor nicht gesehen hat.

Nicht ohne Grund war dieses Thema bei den Fernsehtechnik Ingenieuren aller betroffenen Länder recht weit oben angesiedelt:

Der Zeilenwandler in Frankreich:

Bleiben wir im gleichen Land, dann hatte Frankreich schon einmal selbst das Problem sein 819 Zeilen Programm das anfänglich damals nur in Paris sowie in Lille ausgestrahlt wurde bei Direkt Übertragenen Sendungen auch in deren “alten” aus der Besatzungszeit der Deutschen übernommenen mittelzeiligen Verfahren mit 441/455 Zeilen umzusetzen.

Auch hier standen am Fuße des Eiffelturms ein 819 Zeilen Monitor sowie eine 455 Zeilen Kamera neben einer noch zu beschreibenden Synchronisiereinrichtung.


Für die BBC stand in zudem doppelter Ausführung, doppelt deshalb, um gegen Ausfälle dieser doch komplexen Technik gefeit zu sein eine Anlage im Französischen Cassel die aus dem 819 Zeilen Signal das 405 Zeilen Bild herunter abtastete.


Und dann nochmals gab es eine Anlage: Die, bereitgestellt von den Philips Labors in Eindhoven, in einem LKW Anhänger in Breda unter einem Kirchenturm, der zugleich als Richtfunkantennen Standort diente stationiert war, um dort wiederum aus dem französischen 819 Zeilen Bild das 625 Zeilen Bild zu generieren.


Wenngleich der Grundaufbau der Zeilenumsetzer jeweils ident aufgebaut ist, so möchte ich, der guten originären Quellenlage durch die “Philips Technical Reviews” }{ entsprechend die letztlich doch komplexe Technik dazu am Beispiel der 405 Zeilen auf 625 Zeilen Konverter bzw. Umsetzer zusammengefasst erläutern:

Die Ausgangssituation: Während wir mit dem menschlichen Auge beim 50 Herz Fernsehbild zwar ein leicht flimmerndes, letztlich jedoch homogenes Gesamtbild wahrnehmen, so “sieht” dies eine vor einem Bildschirm aufgestellte abtastende Kamera systembedingt anders.

Wie vom Flying Spot Scanner, also einem Punktstrahlabtaster bekannt, zählt nur das, was zu einem bestimmten Zeitpunkt (im Nano Sekunden Raster) die Kamera als Helligkeitswert aufnehmen kann.

Und das ist eben nicht das gesamte gleichmäßige Bild, sondern der linienförmigen Abtastung geschuldet mitunter auch die Stelle, zwischen den Zeilen, dort wo es “schwarz” bzw. mitunter undefiniert grau ist.

Es sind daher Anstrengungen zu unternehmen, um:

 

 

Bild: Schaltungsauszug aus Philips Technical Review VOL.  1953, No. XX 

Der Monitor wie auch die Kamera sind dabei in kleine Tischgehäuse eingebaut, da einiges der zugehörigen Technik in externen Geräteaufbauten untergebracht ist.

Hinzu kommt, das nicht die Größe der Bildröhre wie Kameraröhre ausschlagend ist, sondern Eigenschaften wie:

So macht es im s/w System auch kein Problem hierfür einen grün schimmernden Phosphor zu verwenden.

    



Zu 2 den Richtfunknetzen.

Noch ganz ohne “Schnick-Schnack” und nur für die Britischen Fernsehteilnehmer zu sehen war die 1950 ausgestrahlte Paris Woche:

Neu war eine Richtfunkstrecke über den Ärmelkanal für das “Calais Experiment” bis nach London mit dem Fernsehsender am Alexandra Palace errichtet und in Betrieb genommen worden.

Die BBC brachte hierfür einen eigenen Übertragungswagen mit, wo deren originäre 405 Zeilen Bilder bis nach London übertragen und wieder ausgestrahlt wurden.

Davon hatten jedoch “die Franzosen” nichts, bzw. es war noch kein Gemeinschaftsprogramm mit der RTF.

1953, bzw. entsprechend der Vorbereitungszeit schon etwas früher galt es eine Programmzubringerstrecke von London über Paris weiter nach Lille weiter über das damals noch ohne regulären Fernsehdienst ausgestattete Belgien bis nach Breda in den Niederlanden zu übertragen.

Von dort nach der noch zu beschreibenden Zeilenwandlung für das 625 Zeilen Netz weiter zu den Niederländischen Richtfunksystemen und zur Übernahme nach Westdeutschland über Langenberg nach Hamburg, dem NWDR sowie der noch 1952 errichteten UKW/VHF "Funkbrücke" mit der Überreichweitenübertragungsstelle Höhbeck über 140 km des Gebiets der DDR bis hinein nach West-Berlin.

   

Die Faszination, mit dem Fernsehen ein Fenster zur Welt zu besitzen, konnte überall festgestellt werden. Der Werbeeffekt für dieses Medium kann bei allem Aufwand und all den Kosten nicht mit Geld aufgewogen werden.

Die Betonung liegt hier auf der Besonderheit der Live Übertragung die das Gefühl des im Geschehen vereint seins wohl mitbegründet. Rein auf die Information bezogen war man ja auch mit den Amerikanern vereint, die zeitversetzt selbigen Inhalt von der im Flugzeug entwickelten Filmrolle abgetastet und ebenso im Fernsehen ausgestrahlt bekamen oder mit dem Gros der Bevölkerung, die das Ereignis in den Kino Wochenschauen zu sehen bekamen.   

Nach der erfolgreichen Übertragung der Krönungszeremonie wurde mit November 1953 in der EBU (European Broadcast Union) unter Herrn Marcel Bezançon ein Programm Kommittee eingerichtet, das bald mit der Frage konfrontiert war, welche Programminhalte wohl auch zukünftig von internationalem Interesse sein könnten.

Die theoretische Antwort war: Noch eine Krönung! Die praktische Antwort lieferte uns dann aber die Geschichte mit dem „Wunder von Bern“, der Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 was als Auftakt für die Sportübertragungen zählen darf.

 

Ansonsten blieb dem individual Zuseher seit den 1950er Jahren nur die von Zeit zu Zeit stattfindende Teilnahme an der EUROVISION oder jenseits des Eisernen Vorhangs selbige an der INTERVISION um ein Ereignis im Sinne eines „Tele Visuellen Dabeiseins“ kollektiv zu verfolgen.

Es waren dies Weltereignisse wie Jury Gagarins Weltraumflug am 12. April 1961, oder die alljährlich abgehaltenen Eurovisions Song Contests die seit 1956 zumindest Teile der europäischen Gemeinde tele-visuell zusammenbrachte.

Sprachgruppen orientierte Inhalte wie es die EWG Sendung - Einer wird gewinnen, Dalli Dalli oder Wetten dass ?, für den deutschsprachigen Raum waren können mit den Sendeanstalten ORF-SRG-ARD & ZDF alleine noch keinen Anspruch auf eine gesamteuropäische Gemeinsamkeit begründen.

Gleiches muss für frankophone Sendungszusammenschlüsse aus der Schweiz, Frankreich, Belgien und Monaco gelten. 


                 

Gesichtete Quellen und bekannte Literatur:

               

  1. https://www.researchgate.net/figure/Television-crosses-the-Channel-BBC-television-presenter-Richard-Dimbleby-with-a-Calais_fig1_346722680;  Abgerufen am 11.9.2022

  2. Reading Between the Lines: A Transnational History of the Franco-British ‘Entente Cordiale’ in Post-War Television Authors: Andreas Fickers , Andy O'Dwyer; Abgerufen am 11.9.2022

  3. The coronation of Queen Elizabeth II and the early days of Eurovision

  4. Article in Proceedings of the IEEE � July 2003KN�$��)~�Q   

  5. The line converter in use during the coronation television transmissions*) by Th. G. Schut **)

  6. https://worldradiohistory.com/ARCHIVE-RCA/RCA-Engineer/1962-06-07.pdf

  7. https://worldradiohistory.com/Archive-Company-Publications/Philips-Technical-Review/50s/Philips-Technical-Review-1953.pdf

  8. https://worldradiohistory.com/UK/Wireless-World/50s/Wireless-World-1952-08.pdf


 


Empfohlene Lesetipps:

  1. http://www.scheida.at/scheida/Televisionen_Belgien.htm

  2. http://www.scheida.at/scheida/Televisionen_Netherlands.htm

 

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Letzte Überarbeitung: 17.09.22